Wie kann die EU Organhandel bekämpfen?

Screenshop EU Parlament: Wie kann die EU Organhandel bekämpfen?

Die Nachfrage für Organe ist höher als das Angebot. Dadurch entsteht ein illegaler Markt. Der Workshop des Umwelt- und Menschenrechtsausschusses am Dienstag (21.4.2015) drehte sich um den Organhandel in China. Der slowakische EU-Abgeordnete Miroslav Mikolášik (EVP), der den Workshop mitorganisiert hatte, fügte hinzu, dass auch der Rest der Welt nicht schuldfrei sei.

Bis zu einer Niere von zehn kommt aus einer illegalen Quelle. Empfänger zahlen bis zu 150.000 Euro für eine Niere, sagte Marta López Fraga vom Europarat.

Der deutsche EVP-Abgeordnete Peter Liese, der den Workshop mitorganisiert hatte, sagte:

“Es gibt Europäer, die nach China reisen, um vom illegalen Organhandel zu profitieren. Es ist ein europäisches Problem und ein Menschenrechtsproblem.”

Mikolášik fügte hinzu, dass das Prinzip der Nachverfolgbarkeit respektiert werden müsse.

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“Wir müssen uns bewusst sein, dass Organhandel nicht nur ein Problem in China, Indien und Ägypten ist, sondern auch europäische Bürger betrifft”,

sagte der deutsche S&D-Abgeordnete Matthias Groote nach dem Workshop.

Bis zum 1. Januar 2015 wurden Organe von hingerichteten Gefangenen ohne deren Einverständnis in China transplantiert. Jöelle Hivonnet vom Europäischen Auswärtigen Dienstes sagte, dass sich die Situation leicht verbessert habe, es aber schwer sei, sich ein genaues Bild zu machen, weil die Anzahl der Todesstrafen und Organtransplantationen geheim seien.

Warum betrifft das Problem auch Europa?

Organhandel sei nicht nur ein Problem in China, sondern auch in Südamerika, Indien, Pakistan und Ägypten. Die Käufer kämen aus Nordamerika, Saudi-Arabien und Europa.

Beatríz Dominguez von der spanischen Transplantationsorganisation erklärt, dass EU-Bürger in andere Länder reisen, um Organe zu erhalten.

“Die Fälle vieler Europäer, die nach einer Organtransplantation auf einem anderen Kontinent mit Komplikationen einen Arzt in Europa aufsuchen, werden aufgrund des Arztgeheimnisses niemals untersucht”,

sagt Dominguez. Auf diese Weise würde der illegale Organhandel auch in der EU geschützt.

http://www.europarl.europa.eu/pdfs/news/public/story/20150422STO43903/20150422STO43903_de.pdf

Originalartikel

27. April 2015

EU Parlament: REF : 20150422STO43903

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