Transplantations-Arzt fordert Bestrafung von „Organ-Touristen“

"Mehr Gesetzesinitiativen gegen Organraub und Organhandel" fordert Dr. Rafael Matesanz, Chef der Nationalen Transplantations-Organisation Spanien. Foto: Nathalie Paco / Epoch Times

Was können Gesetzgeber und Ärzte tun, um dem internationalen Organhandel Einhalt zu gebieten? Eine Menge, findet Dr. Rafael Matesanz, Leiter der Nationalen Transplantations-Organisation Spaniens. Im Interview mit der EPOCH TIMES sagte er, dass andere Länder von Spanien lernen könnten: Dort sei es mittlerweile möglich, Personen zu bestrafen, die sich unter fragwürdigen Umständen ein Organ im Ausland beschafft haben. Seiner Ansicht nach eine wirkungsvolle Methode, um internationalen Transplantations-Tourismus einzudämmen und Organraub zu bekämpfen.

„Jede Person, die ins Ausland reist, um dort eine illegale Transplantation zu erhalten, verhält sich nach spanischem Gesetz illegal“, sagt Dr. Matesanz. „Wir wollen die Patienten nicht bestrafen. Aber wir möchten vermeiden, dass ein Patient ins Ausland geht, sich eine Leber kauft und damit nach Spanien zurückzukommt.”

Er denkt, dass das Phänomen des Organhandels weitgehend eliminiert werden könnte, würden mehr Länder solche Gesetze erlassen.

„Es ist wie beim Drogenhandel”

„Organhandel funktioniert wie Drogenhandel: Organhändler gibt es, weil ein Markt für Organe besteht. Das Problem ist nicht Asien oder Lateinamerika. Das Hauptproblem liegt in den USA, Westeuropa und in Japan – in diesen Ländern gibt es Menschen, die bereit sind, für eine Transplantation im Ausland zu zahlen”, so der Transplantations-Experte.

„Das Problem einiger reicher Industrieländer ist, dass der Transplantations-Tourismus ihrer Bürger für ihren Organmangel so etwas wie der sichere Hafen ist. Viele Chirurgen und politische Entscheidungsträger haben Verständnis für Menschen, die ein Organ im Ausland kaufen.“

„Unter Chirurgen besteht ein allgemeiner Konsens zum Schutz des Patienten. Ich glaube aber nicht, das es eine gute Idee ist, den Patienten auf Kosten eines anderen Menschenlebens zu schützen und damit noch den Täter zu decken, der Lebern oder Nieren verkauft.”

Matesanz und seine Organisation kritisierten bereits öffentlich einen Spanier, der seinen Landsleuten per Zeitungsinterview eine Transplantation in China empfohlen hatte. China ist in Sachen Organhandel weltweiter Spitzenreiter – alles deutet darauf hin, dass hier der Organraub sogar staatlich gedeckt stattfindet.

Zum Epochtimes-Artikel: Transplantations-Arzt fordert Bestrafung von „Organ-Touristen“

Quelle: The Epoch Times

9. November 2013

Matthew Robertson

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