IGFM-Menschenrechtspreis 2009 geht an Hon. David Kilgour und Kanada Herr David Matas, Kanada

IGFM-Menschenrechts Preisträger 2009 Hon. David Kilgour, Kanada Herr David Matas, Kanada

Für ihre Pionierarbeit und ihr unermüdliches Engagement in Bezug auf den Organraub an Falun Gong Praktizierenden in China verlieh die IGFM-CH dem Menschenrechtsanwalt David Matas und dem ehemaligen Staatssekretär Kanadas Hon. David Kilgour den Menschenrechtspreis 2009.

David Kilgour

  • Co-Vorsitzender der Kanadischen Freunde für einen demokratischen Iran
  • Mitglied des Centers für Demokratieforschung an der Queen’s University
  • Sowie Direktor des in Washington sitzenden Rates für eine Gemeinschaft von Demokratien.

Während seiner 27-jährigen Politikkarriere war David Kilgour unteranderem

  • Sprecher und Vorsitzender der Ausschüsse des gesamten Unterhauses
  • Staatssekretär für Lateinamerika und Afrika,
  • später Staatssekretär für Asien und Pazifik (während dieser Zeit durfte er China noch bereisen)

Bevor er sich der Politik zuwandte, war David Kilgour viele Jahre lang

  • Strafverteidiger und Staatsanwalt

David Matas

  • international anerkannter Anwalt für Menschenrechte und gilt als Spezialist für Rechtsthemen aus den Themengebieten Flüchtlingswesen und Immigration.
  • Er kann auf eine umfangreiche Liste von Veröffentlichungen zurückblicken. Und führt eine private Kanzlei in Winnipeg.
  • 1980 war er Mitglied der kanadischen Delegation bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen und
  • 1998 bei der Konferenz für einen Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen. Er lehrte Recht an der McGill-Universität und an der Universität von Manitoba.
     
  • Als Autor, Sprecher und Mitglied von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen engagiert er sich aktiv für die Förderung und Anerkennung der Menschenrechte.
    Seit 1997 ist David Matas unter anderem Direktor des Internationalen Zentrums für Menschenrechte und Demokratieentwicklung.

Ende letzten Jahres erhielt David Matas den „Orden von Kanada“ für seine Verdienste bei der Gesetzgebung in den Bereichen Menschenrechte, Einwanderung und Flüchtlinge.

Alles aufzulisten was diese beiden Menschen geleistet haben, würde den Rahmen sprengen – doch nur der hier aufgezählte Bruchteil vermittelt was sie für die Welt erbracht haben.

Mit diesem Preis wollen wir nicht nur das Engagement der beiden Preisträger hervorheben, sondern auch ihren Mut, den sie aufgebracht haben, sich ihrer Aufgabe zu stellen, auch wenn diese ihr Leben bedroht.

Wir wollen damit auch andere aufrufen mutig zu sein, wenn es darum geht die Wahrheit ans Licht zu bringen, so wie es David Kilgour und David Matas in der Vergangenheit getan haben.

Wir möchten ihnen beiden mit diesem Preis danken, dass sie ein Stück Mut in unsere Welt bringen. Mut den wir spüren können, Mut den wir erleben. Mut der uns anhält auch mutig zu sein. Vielen vielen Dank!

Hier finden Sie den Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen der Organentnahmen an Falun Gong Praktizierenden in verschiedenen Sprachen:

http://organharvestinvestigation.net/

 

Untersuchungsbericht in deutsch:

http://organharvestinvestigation.net/report0701/report20070131-german.pdf

Laudatio wurde von IGFM-CH Vorstandsmitglied Silvan Fedier gehalten:

Vergabe des Menschenrechtspreises der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Sektion Schweiz

Samstag 16. Januar 2010, Inselspital Bern

LAUDATIO

durch Silvan Fedier, Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Sektion Schweiz

Sehr geehrter David Kilgour, sehr geehrter David Matas,

meine Damen und Herren,

ich freue mich sehr hier heute vor Ihnen zu stehen, um im Namen der IGFM die Laudatio auf David Kilgour und David Matas halten zu dürfen. Es ist ein besonderer Moment für mich diesen engagierten Menschenrechtlern zu begegnen und hoffe ihnen mit meinen kommenden Worten vermitteln zu können, wer diese beiden Menschen sind und was sie Unglaubliches geleistet haben.

Sie haben sich in der Vergangenheit unermüdlich eingesetzt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen und haben nichts unversucht gelassen, um ihre Indizien zu untermauern. Diese Indizien von denen ich spreche sind so unglaublich, dass man dafür eigentlich keine Worte findet, denn sie beschreiben Organraub an lebenden Menschen.

Die Auseinandersetzung mit der Thematik begann für unsere Preisträger am  24. Mai 2006 als in ihrem Briefkasten eine Anfrage zur Untersuchung einer grauenerregenden Anschuldigung lag. In staatlichen Institutionen der Volksrepublik China werden massenhaft Organe von inhaftierten Falun Gong-Praktizieren bei lebendigem Leib entnommen und verkauft.  Die „Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong in China“, eine in Washington registrierte Nichtregierungsorganisation, bat David Kilgour und David Matas, diese Gerüchte zu überprüfen.

Die beiden fanden schliesslich so viele Indizien, dass sich die schweren Vorwürfe  nicht entkräften liessen.

Seitdem hat sich das Leben unserer beiden Preisträger geändert. Unermüdlich reisen sie von Land zu Land, um ihre Erkenntnisse weiterzugeben. Sie sprechen vor Parlamenten, vor Regierungsmitgliedern sowie vor den Vereinten Nationen.

Sie haben versucht die Worte zu finden und vor allem zu ergründen, was hinter den Gefängnismauern in China vor sich geht.

Sorgfältig und detailliert legten sie die Ergebnisse ihrer Recherchen über die Anschuldigungen des Organraubs in einem ersten Bericht vom Juli 2006 und einem zweiten vom Januar 2007 nieder. Letzten November erschien ein aktualisierter Bericht mit neuem Material und Interviews in Buchform unter dem Titel “Bloody Harvest: The Killing of Falun Gong for their Organs.“

Die schlagkräftigsten Indizien neben den Zeugenaussagen fanden David Kilgour und David Matas jedoch in China selbst:

Bis 2006 und damit bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse des Berichts von Kilgor und Matas wurde auf chinesischen Webseiten mit einer besonders kurzen Wartezeit auf Spenderorgane von durchschnittlich zwei Wochen geworben.

Diese kurze Wartezeit ist nur möglich wenn man über eine grosse Lebenddatenbank an Spenderorganen verfügt, denn die Haltbarkeit von Organen liegt zwischen 24 und 48 Stunden. Will man in dieser kurzen Zeit einen geeigneten Spender finden, muss man bereits die Bluttests und Zusatzuntersuchungen zur Eignung abgeschlossen haben und die Spender müssen zum Sterben zur Verfügung stehen.

Diese Bluttests und Zusatzuntersuchungen wurden an inhaftierten Falun Gong Praktizierenden in der Inhaftierung vorgenommen, die sicher nicht durchgeführt wurden, weil man um die Gesundheit der Falun Gong Praktizierenden besorgt war

Ein weiteres Indiz, das für die Organentnahme spricht, ist die Tatsache, dass kurz nach dem Verbot von Falun Gong die Organtransplantationen in China stark anstiegen.

Die Kombination aus diesen drei und den insgesamt 52 Indizien bringt etwas Unfassbares ans Licht, dass David Kilgor und David Matas mit ihren eigenen Worten nur wie folgt umschreiben konnten:

„Die Anschuldigungen würden, wenn sie wahr sind, eine groteske Form des Bösen darstellen, die trotz aller Verdorbenheit, die unsere Menschheit gesehen hat, auf diesem Planeten neu ist. Der schlimme Horror lässt uns in Unglauben zurücktaumeln. Aber dieser Unglaube bedeutet nicht, dass die Anschuldigungen nicht wahr sind.”

Aufgrund ihrer Nachforschungen wurde es David Kilgour und David Matas verwehrt in die VR China zu reisen. Deshalb haben sie versucht ausserhalb von China Zeugen und Beweismaterial zu sammeln, um den Indizien nach zugehen. Sie besuchten ein dutzend Länder, um Falun Gong-Praktizierende zu befragen, die seit 1999 in Chinas Zwangsarbeitslager geschickt wurden und denen es gelang, aus den Lagern und dem Land selbst zu entkommen.

Sie sind beide erfahrene Menschenrechtler, die wissen wie sich Indizien zu einem Gesamtbild zusammen fügen.

Wir haben es hier mit zwei aussergewöhnlichen Menschen zu tun, die sich nicht nur für die Menschenrechtsverletzung in China engagieren, sondern auf der ganzen Welt. Ihre Lebensläufe, Auszeichnungen und Tätigkeitsfelder lesen sich wie die Auflistung der Länder dieser Welt, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind.

Quelle: Quelle

10. Dezember 2009

IGFM

IGFM Menschenrechtspreis

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